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Vorsorgen für die Pension

Die optimale Veranlagung für die Vorsorge ist gerade in turbulenten Zeiten eine besondere Herausforderung. Einerseits soll das Kapital möglichst gut abgesichert sein. Andererseits soll mindestens die Kaufkraft erhalten werden. Ein nachhaltiger, realer Vermögenszuwachs wäre natürlich willkommen. Die Frage ist: Wie sollte die optimale Streuung des Portfolios unter dieser Prämisse ausschauen? ÄrzteEXKLUSIV holte die Meinung von Private Bankern und Fondsschmieden ein.


Meinhard Platzer, Vorstandsvorsitzender der LGT Bank (Österreich), rät nach dem Prinzip der Diversifikation einen hohen Anteil an sogenannten nicht-traditionellen Anlageklassen wie Hedge Fonds und Private Equity zu halten, die eine geringe Korrelation zu den traditionellen Anlageklassen wie Anleihen und Aktien aufweisen. Der Eigentümer der liechtensteinischen LGT Bank, die Fürstliche Familie, hat einen Fonds, der nach diesen Prinzipien investiert. Kunden der LGT Bank können sich an diesem Investment beteiligen. Die Aufteilung dieses Portfolios lautet: 30 Prozent Anleihen, 30 Prozent Aktien, 20 Prozent Hedge Fonds und 20 Prozent Private Equity. „Trotz der Turbulenzen an den Finanzmärkten ist die Performance des Fürstlichen Portfolios in diesem Jahr positiv“, frohlockt Platzer.

Alois Wögerbauer, Geschäftsführer der 3 Banken-Generali Fondsgesellschaft, geht in seinem Weltbild davon aus, dass das Inflationsrisiko über die nächsten Jahre größer ist als die Gefahr einer Deflation, also einem signifikanten und anhaltenden Rückgang des Preisniveaus für Waren und Dienstleistungen. Deshalb sollte man seiner Meinung nach für den realen Kapitalerhalt sein Portfolio über fünf Assetklassen vorzugsweise über Sachwerte streuen – und zwar in Aktien, Immobilien, Rohstoffe, Gold und inflationsgeschützte Anleihen.
Aus dem Aktienuniversum qualifizieren sich ausschließlich jene Gesellschaften, die auch wirklich Sachwertcharakter aufweisen. Das sind typischerweise Unternehmen, die Produkte des täglichen Bedarfs anbieten – wie Nahrungsmittel, Getränke, Körperpflege oder Energie. Denn diese Unternehmen können aufgrund ihrer starken Marke oder Marktstellung Preissteigerungen an den Verbraucher weitergeben und somit ihre Margen halten – wie Nestlé, Unilever, Procter & Gamble, Kraft Foods, McDonalds, Coca-Cola, OMV oder Lenzing. Banken, zyklische Branchen (wie Autobauer, Stahlhersteller oder Chip-Produzenten) oder solche, die man bilanziell nicht erfassen kann (wie Google), sind dagegen tabu.
Diese Sachwert-Aktien können grundsätzlich bis zu 30 Prozent in seinem Portfolio ausmachen. Im Hinblick auf die instabilen Märkte schöpft Wögerbauer diese Quote derzeit aber zur Hälfte aus. Bis zu je einem Fünftel sollte man in Immobilien, vorzugsweise Wohnimmobilien, in Rohstoffen sowie in physisch hinterlegtem Gold halten. Wenn die Gewichtungen dieser vier Sachwerte nicht voll ausgenützt werden, bevorzugt Wögerbauer als Restgröße inflationsgeschützte Anleihen und Cash. Derzeit beträgt sie knapp ein Drittel des Portfolios.

Markus Goller, Leiter Private Banking im Bankhaus Carl Spängler & Co, schlägt eine Dreiteilung des Portfolios mit zwei Drittel klassischen depotfähigen Wertpapieren – davon je zur Hälfte Aktien und Anleihen – und einem Drittel sonstiger nicht verbriefter Anlagen vor. Goller will ebenfalls auf europäische Staatsanleihen nicht verzichten, gewichtet sie mit rund 40 Prozent des Anleiheteils aber nur mehr in etwa halb so stark wie vor der Krise der europäischen Peripheriestaaten. Den Großteil der Anleihequote (rund 60 Prozent) nehmen aktuell weltweit gestreute Unternehmensanleihen im Investment Grade-Bereich und Hochzinsanleihen ein. Besonders gut gefallen ihm Staats- und Unternehmensanleihen mit kurzer Laufzeit in Asien in lokaler Währung, weil er durch etwaige Aufwertungen Währungsgewinne erwartet. Der Aktienteil wird weltweit gestreut, wobei Asien und spezielle Themen (wie Medizintechnologie, Neue Energien oder das Konsumverhalten in Schwellenländern) mit jeweils 25 Prozent einen größeren Stellenwert einnehmen.
Bei den nicht verbrieften Anlagen bevorzugt er gewerbliche Immobilien in der unmittelbaren Umgebung, am besten als Kommanditist in einem hauseigenen geschlossenen Fonds mit 15 bis 20 Jahren Laufzeit. „Da kennt man die Preise und hat die Mieten an die Inflation gebunden.” Zudem gebe es laufend Ausschüttungen und ab dem zweiten Jahr eine Rückführung des Kapitals, sodass die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer etwa acht bis zehn Jahre beträgt. Ein kleiner Teil (ein Drittel der nicht verbrieften Anlagen) sollte – „nicht aus Ertragsgesichtspunkten, sondern als letzte Bastion“ – in physischem Gold gehalten werden, betont Goller. Dazu würde sich am besten das Spängler Gold-Depot im hauseigenen Tresor der Bank mit interner Identifikationsnummer und voller Diebstahlversicherung eignen.

Bernhard Ramsauer, Leiter des Private Wealth Managements der Deutschen Bank in Österreich, ist überzeugt, dass es für die Vorsorgeveranlagung entscheidend ist, dramatische Einbrüche zu vermeiden. „Einen Verlust von 50 Prozent holt man wahrscheinlich nicht auf.“ Deshalb ist ein hohes Maß an Diversifikation wichtiger denn je. Außerdem: Man sollte jederzeit schnell agieren können und mit einem professionellen Auge auf das Risiko schauen. Das heißt: Die Asset Allocation muss permanent geprüft werden. Die in der Vergangenheit praktizierte Strategie von Buy & Hold hat ausgedient. Ramsauer erwartet, dass die Inflation zwar steigen wird, wenngleich nicht dramatisch. Deshalb sollte man auch in einem konservativen Portfolio bis zu 40 Prozent aktienbezogene Anlagen halten – davon bis zu 30 Prozent in klassischen Aktien und bis zu zehn Prozent in Rohstoffen, Absolute Return Fonds und in physischem Gold – Letzteres mit einem Anteil von maximal fünf Prozent. Denn: „Viele unterschätzen die Volatilität des Goldpreises.“ Schließlich könnte es nach dem rasanten Anstieg auch wieder in die Gegenrichtung gehen. Ein Viertel des Vermögens würde der Experte als Inflationsschutz in Immobilien halten, vorzugsweise über sein Eigenheim. Von seinem Wertpapiervermögen rät er, 60 Prozent Anleihe-ähnlichen Instrumenten und Cash zu widmen, wobei hohe Bonitäten und Euro-Bonds mit kurzer Laufzeit überwiegen. Die höchste Herausforderung sieht er in der Verteilung nach Emittenten. „Durch aktives Management kann man nämlich bei Anleihen ordentlich viel herausholen, vor allem wenn Aktien nichts hergeben.“
Fazit: Die strategische Aktienquote von 30 Prozent würde Ramsauer aktuell nur zur Hälfte ausnützen und sich vorzugsweise auf dividendenstarke Aktien und Emerging Markets konzentrieren. Dafür hält er die Cash-Quote auf einem ungewöhnlich hohen Niveau von 18 Prozent.

Birgit Fleischmann, Leiterin Investment Consulting Credit Suisse Österreich, konstatiert, dass es nicht genügt, sein Portfolio breit zu diversifizieren. „Man muss es auch aktiv monitoren.” Das heißt: verstärkt in unterschiedlichen Szenarien denken, die Unsicherheiten wie die Schuldenkrisen in Europa und in den USA, eine harte Landung in den Emerging Markets oder ein Auseinanderbrechen der Euro-Länder beinhalten.
Nachdem sich Staatsanleihen, die man früher sorglos ins Depot legen konnte, mitunter in riskantere Anlagen verwandelt haben und obendrein keinen Mehrertrag erwirtschaften, sollte man in einem langfristigen Vorsorgeportfolio neben Renten je rund ein Fünftel Aktien und alternative Anlagen halten.
Für den Anleiheteil (rund 55 Prozent) empfiehlt Fleischmann, vorwiegend auf beste und gute Bonitäten im Investmentgrade-Bereich (AAA bis BBB) und eher kurze Laufzeiten zu setzen – bis zu zwei Jahre bei Staatsanleihen und bis zu vier Jahre bei Corporate Bonds von großen Industriebetrieben. Hybrid-, nachrangige Anleihen und Emerging Market Bonds finden in kleinen Dosen ebenfalls Platz. Bei den Aktien (rund 20 Prozent) liegt der Fokus auf den liquiden Blue Chips vorzugsweise mit hoher Dividendenrendite, die die Expertin in den Branchen Energie, Tabak, Pharma und Nahrungsmittel findet. Im Bereich der alternativen Anlagen (rund 20 Prozent) empfiehlt sie eine Mischung aus Gold, Rohstoffen, Private Equity und Hedge Fonds. Gold sollte am besten physisch in unterschiedlichen Größen in den Schweizer Banktresoren als Fluchtkapital gelagert werden.

Susanne Höllinger, Leiterin Private Banking der Erste Bank, empfiehlt 70 Prozent des Kapitals in sicheren Anleihen zu halten, wobei sie betont: „Um Staatsanleihen von Kern-EU-Staaten kommt man nicht herum.” Zwei Drittel des Anleiheteils sollten daher in Staatsanleihen mit bester Bonität, Pfandbriefen und Unternehmensanleihen gehalten werden. Ein Drittel sollte auf Wohnbaubankanleihen entfallen – und zwar je zur Hälfte fix und variabel verzinst. Damit sei das für die nächste Zeit absehbare Inflationsrisiko gut abgedeckt. Denn zum einen sind die Zinsen von Wohnbaubankanleihen bis zu einem Kupon von vier Prozent von der KESt befreit. Zum anderen floatet der variabel verzinste Teil im Fall von Zinsanstiegen mit. Zehn Prozent sollten in Immobilien, am besten in offenen Immobilienfonds veranlagt sein, weil diese über indexierte Mietverträge nachhaltige reale Erträge liefern. Bis zu 20 Prozent empfiehlt sie grundsätzlich breit gestreut in internationalen Aktien zu halten, weil sie trotz zwischenzeitlicher Schwankungsfreudigkeit langfristig das Potenzial haben die Inflation zu schlagen. Bei einer Neuveranlagung würde Höllinger wegen der hohen Unsicherheit auf den Aktienmärkten aber noch nicht investieren, sondern zunächst abwarten, bis sich die Lage stabilisiert.
Christian Ohswald, Leiter Raiffeisen Private Banking Wien, meint, im Augenblick sei es am besten, sich zurückzulehnen, zu beobachten und abzuwarten, bis sich eine Stabilisierung der Euro-Zone abzeichnet beziehungsweise wie und in welcher Höhe ein Schuldenschnitt in Griechenland das europäische Finanzsystem belasten wird. „Die Gefahr, dass man sich in den nächsten zwei Monaten ärgern muss, bei einem rasanten Aufschwung nicht dabei gewesen zu sein, sehe ich nicht.“ Nachdem aber niemand weiß, wann sich die Märkte wieder nachhaltig erholen, empfiehlt Ohswald, sein Portfolio schrittweise aufzubauen.
Unter dem Vorsorgegedanken sollte man in etwa zwei Drittel Anleihen halten, und zwar breit gestreut über Bonds staatlicher Emittenten mit kurzen Laufzeiten, mündelsichere Papiere, Inflationsschutzanleihen für lange Laufzeiten, Corporate Bonds und Schwellenländer-Anleihen. Die Aktienquote sollte strategisch bis zu 30 Prozent einnehmen, wobei je rund ein Drittel auf Dividendenpapiere von Unternehmen in der Centropa-Region (Österreich und Zentral-Osteuropa), auf internationale Aktien und auf die Top-25 Unternehmen des deutschen Leitindex DAX entfallen sollten. Solange sich die Lage auf den Finanzmärkten jedoch nicht beruhigt, bleibt seine Aktienquote auf null heruntergefahren. Dafür werden rund 15 Prozent in Managed Futures, vier Prozent in Gold und zehn Prozent in Cash gehalten.

Johannes Wolf, Head of Private Banking der Semper Constantia Privatbank, hält Diversifikation ebenfalls für die beste Strategie, um sein Wertpapierportfolio gegen alle möglichen Bedrohungen zu schützen. „Sachwerte wie Rohstoffe, Immobilien und Aktien behalten auch bei starker Inflation ihren Wert.“ Denn für alle drei gilt, so Wolf: „Sie können massiv im Preis schwanken, aber nicht wertlos werden.” Immobilien empfiehlt er mit rund zehn Prozent über eine Beteiligung direkt zu halten. Auf Rohstoffe und Gold sollten bis zu 15 Prozent des Portfolios entfallen.
Im Anleiheteil – rund 50 Prozent des Portfolios – meidet er derzeit klassische Euro-Staatsanleihen, solange nicht klar ist, „ob Euro-Bonds kommen“. Stattdessen hält er lieber je 20 Prozent in Corporate Bonds und Anleihen von sicheren Drittstaaten, vorzugsweise mit Bodenschätzen, wie Australien, Kanada oder Norwegen. Die restlichen zehn Prozent empfiehlt er in inflationsgeschützten Anleihen zu veranlagen. Die strategische Aktienquote von bis zu 30 Prozent nützt er derzeit nur zu einem Drittel. Dabei bevorzugt er Blue Chips, die er obendrein über Futures absichert, um auch bei fallenden Kursen einen Ertrag zu erwirtschaften. Cash ist für ihn „derzeit eine wichtige Assetklasse”. Die Cash-Quote fällt mit 15 Prozent ungewöhnlich hoch aus. Sie soll wieder in den Aktienmarkt fließen, sobald sich das Umfeld verbessert. In diesem Fall würde er auch den Rententeil um zehn Prozent reduzieren und dieses Kapital in Aktien umschichten.

emb


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