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Viennatime 2011

Im November steht das MAK wieder ein ganzes Wochenende lang im Zeichen der Zeitmessung und ihrer schönsten Verpackung – der Armbanduhr. Parallel zur Viennatime findet die Schmuckausstellung Diamond Vienna statt, die im Vorjahr ihr erfolgreiches Debüt feierte.


ORF-Kultur-Chef Martin Traxl, Viennatime-Organisator Rudolf Kreuzberger und Uhren-Fachjournalist Alexander Linz

Um eine solche Vielzahl der bedeutendsten Uhrenmarken der Welt an einem Ort zu erleben, müsste man sowohl zum „Salon International de la Haute Horlogerie“ (SIHH) in Genf als auch zur „baselworld“, der Weltmesse für Uhren und Schmuck, reisen. Und nicht einmal dann bekäme man einen solchen Einblick in die Welt der feinen Uhren, da diese Messen nicht auf Endkonsumenten ausgerichtet sind. Kein Wunder also, dass das Konzept der Viennatime, die sich ausschließlich an das öffentliche, uhreninteressierte Publikum richtet, von Anfang an mit großer Resonanz belohnt wurde. Im Laufe der vergangenen elf Jahre ist die Ausstellung zusehends gewachsen und musste deshalb 2009 sogar den Standort wechseln. Die Veranstalter verzeichneten seit der ersten Viennatime jedes Jahr erneut einen Besucherrekord. Nun gilt es, den Spitzenwert von knapp 11.000 Besuchern von 2010 nochmals zu überbieten.

Einzigartige Leistungsschau

Die Vorteile für den Besucher liegen auf der Hand: Einerseits vereint kaum eine andere Veranstaltung so viele bedeutende Uhrenmarken unter einem Dach. Andererseits liegt der besondere Reiz darin, dass die Präsentation der Marken zwar vielfältig, dabei aber kompakt und somit überschaubar ist. „Die Viennatime ermöglicht es interessierten Uhrenliebhabern, sich einen hervorragenden Überblick zu verschaffen“, schwärmt Henrik Ekdahl, General Manager IWC Northern Europe. „Wo sonst ist es möglich, so eine Vielfalt an Marken und Uhren an einem Ort ohne Kaufzwang zu erleben?“ Einen besonderen Reiz bietet auch die Möglichkeit, mit Mitarbeitern der Marken persönlich in Kontakt zu treten, Fragen zu stellen und Fachgespräche zu führen. Die Experten der jeweiligen Uhrenmarken nehmen sich Zeit, um die komplizierte Technik verständlich näherzubringen. Einigen der besten Uhrmacher der Welt kann man bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen.
„Die Plattform der Viennatime ist ideal geeignet, einer breiteren Öffentlichkeit mit selektiven Verbraucherinformationen die Faszination der Uhrmacherkunst näherzubringen. Uhren sehen, Uhren fühlen, durch kompetente Fachberatung Uhren ‚verstehen‘ ist für die Besucher dieser Leistungsschau ein ganz besonderes, ja einmaliges Erlebnis“, schwärmt Karl-Friedrich Scheufele, Co-Präsident von Chopard. Insgesamt beteiligen sich auch heuer wieder über 100 Erzeuger an der Viennatime und der Diamond Vienna und präsentieren sich im MAK auf einer Ausstellungsfläche von über 1.400 Quadratmetern.

Schmuckwelten live erleben

Im Rahmen der Diamond Vienna haben die Besucher heuer erneut die Gelegenheit, hochkarätige Schmuck-Kreationen führender Wiener Juweliere, Goldschmiede und internationaler Schmuckmarken zu bestaunen und sich über aktuelle Trends zu informieren. Der Ausstellerkreis und die Vielfalt an attraktiven Schmuckstücken erfahren 2011 nochmals eine beträchtliche Erweiterung. Nirgendwo sonst finden Schmuckbegeisterte eine ähnliche Bandbreite an exquisiten Pretiosen. Auch der Diamant-Club Wien, eine der ältesten noch aktiven Diamantbörsen der Welt, ist wieder mit seinem Diamant-Club-Gewinnspiel präsent. Anton Heldwein, Pressesprecher Diamant-Club Wien: „Eines unserer Grundanliegen ist es, Vertrauen und Ansehen der Diamantbranche durch gezielte Konsumenteninformation zu pflegen. Durch unser Auftreten auf der Ausstellung können wir die Fragen der Kunden ausführlich beantworten. Gerade in unsicheren Zeiten wie diesen ist es uns doppelt wichtig, die Besucher seriös und unabhängig zu beraten. Bereits im Vorjahr hatten Hunderte Besucher an der Verlosung eines Halbkaräters teilgenommen. Das unterstreicht zusammen mit der guten Besucherfrequenz einmal mehr den hohen Stellenwert, den die Diamond Vienna schon im ersten Jahr hatte.“

Roulette für einen guten Zweck

Veranstalter Rudolf Kreuzberger freut sich, den Besuchern auch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm bieten zu können: „Auf einem Roulette-Tisch der Casinos Austria wird während der gesamten Ausstellungsdauer für die österreichische Krebshilfe gespielt. Der gesamte Erlös kommt Pink Ribbon zugute. Als zusätzlichen Anreiz stellen die Aussteller wunderschöne Preise zur Verfügung. Es gibt viele Side-Events, darunter die Buchpräsentation von Barbara Rett, und im großen Vortragssaal des MAK finden Informationsveranstaltungen und Präsentationen statt.“

Fotos: Viennatime, Roland Rudolph

Hochgradige Spezialisierung

Alexander Linz, Uhrenfachjournalist und Autor
Heute sind weit mehr als 50 unterschiedliche Berufsgruppen an der Entstehung einer guten mechanischen Armbanduhr beteiligt. Dieses spezifische handwerkliche Können steht selbst im Hightech-Zeitalter ganz hoch im Kurs. In etlichen Bereichen erleichtern zwar Maschinen die tägliche Arbeit, doch ersetzen können sie den Menschen noch lange nicht.

Viele der arrivierten Uhrenmanufakturen bündeln diese Fachkräfte mehr und mehr unter ihrem Dach, erhalten und pflegen das über Generationen bereits überlieferte Fachwissen und sie bilden emsig Nachwuchskräfte aus. Unabhängigkeit von Dritten zu erlangen, das ist deren hehres Ziel. Jene Hersteller, die sich das entweder nicht leisten können oder dies nicht wollen, haben stattdessen die Möglichkeit, die geradezu einmalige handwerkliche und industrielle Infrastruktur, die über Jahrhunderte auf deutschen und Schweizer Böden entstanden ist, zu nützen. Ganz egal, ob man die Fachleute nun im Haus hat und so noch flexibler und schneller agieren kann oder ob man auf sie extern zugreift, ihre Gesamtzahl bleibt stets gleich und ihr Grad der Spezialisierung auch. Letztendlich ist es dieser Aspekt, der nahezu jede einzelne Armbanduhr so interessant und einzigartig macht.

In einer Ära, in der Bits & Bytes unser Leben aktiv regieren, mutet die traditionelle Mechanik einer Armbanduhr an wie ein Anachronismus und gleichzeitig macht genau das ihren Reiz aus. Für mich ist das tickende Visavis am Handgelenk eine Art Antidot, ein zeitloses Objekt, obwohl es uns zuverlässig die Zeit anzeigt. Ich bin mir sicher, dass Sie die Reportage über das Kunsthandwerk nun mit ganz anderen Augen sehen werden, und sollten Sie dann so richtig neugierig geworden sein, so empfehle ich Ihnen dringend den Besuch der „Viennatime“, die am 11. November im Wiener MAK ihre Pforten öffnen wird. Sollten wir uns da begegnen, so sprechen Sie mich bitte ruhig an und verraten Sie mir, wie Sie so „ticken“.

In dem Sinn bis hoffentlich bald,
Ihr Alexander Linz

VIENNATIME und DIAMOND VIENNA 2011

11. bis 13. November 2011
MAK – Museum für angewandte Kunst/Gegenwartskunst
Weiskirchnerstraße 3, 1010 Wien
Öffnungszeiten:
Freitag und Samstag: 10 bis 19 Uhr
Sonntag, 13. November: 10 bis 18 Uhr
Der Eintritt ist frei.
www.viennatime.at
www.diamondvienna.com

Veranstalter: Rudolf Kreuzberger
Werbeagentur GmbH
Jörgerstraße 52, 29–31, 1170 Wien,
Tel.: 01/403 94 43, office(at)viennatime.at

Ein Tipp für alle Uhrenfans im Westen Österreichs:
Von 4. bis 6. November 2011 findet im Hotel „Bayerischer Hof“ in München wieder die „Munichtime 2010“ statt.
www.munichtime.de