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Schön ist, was meinen Patienten guttut

Ob Allgemeinmediziner mit Kassenvertrag oder niedergelassener Dermatologe mit Wahlarztpraxis: Neben der Funktionalität entscheiden auch Design und Ästhetik, ob sich Patienten, Mitarbeiter und Ärzte in der eigenen Praxis wohlfühlen.


Eva Pöschl, Geschäftsführerin pöschlmed GmbH, Wien-Linz-Kitzbühel.

In der oberösterreichischen Gemeinde Mehrnbach eröffnete Dr. Christian Süß vor wenigen Wochen seine Kassenpraxis für Allgemeinmedizin. Als ausgebildeter Unfallchirurg und Sportmediziner wollte Süß hier im Innkreis ein „kleines Gesundheits-Kompetenzzentrum“ schaffen, um die Menschen der Region, die lange auf einen neuen Gemeindearzt warten mussten, rundum gut versorgen zu können. Dazu hat er eine Physiotherapeutin und einen Radiologen als Untermieter in seine Praxis integriert, die hier mehrmals in der Woche Zusatzleistungen anbieten, etwa Trainingstherapie, Röntgen oder Ultraschall. Auch kleinere akute Verletzungen kann der „gelernte Unfallchirurg“ Süß hier gleich vor Ort versorgen. Das breite Angebot wird von den Patienten dankend angenommen, berichtet der engagierte Mediziner. „Meine Patienten schätzen es sehr, ihren Arztbesuch gleich mit notwendigen Untersuchungen und Therapien kombinieren zu können, sich unnötige Wege und Wartezeiten zu ersparen.“ Die Praxis befindet sich im ehemaligen Schulgebäude der Gemeinde. 260 Quadratmeter mussten dafür nach den Vorstellungen des Arztes sowie den gesetzlichen Vorgaben umgebaut und gestaltet werden. Um dies optimal und in kürzester Zeit bewerkstelligen zu können – innerhalb eines halben Jahres ab dem Gemeinderatsbeschluss sollte die Praxis eröffnen –, holte sich Süß professionelle Unterstützung bei pöschlmed. „Frau Pöschl hat kurzfristig einen tollen Plan erstellt, so konnte ich bei der entscheidenden Gemeinderatssitzung bereits vorlegen, wie die Praxis am Ende aussehen soll. Projektkoordination und Zeitmanagement haben dann perfekt funktioniert.“
Szenenwechsel: Fast zeitgleich eröffnete der Dermatologe Dr. Werner Nindl Mitte Juli seine Wahlarztpraxis in St. Johann in Tirol. Sein Bestreben ist es, der Bevölkerung im Bezirk Kitzbühel eine umfassende medizinische Grundversorgung zur Verfügung zu stellen. Neben der allgemeinen Dermatologie bietet Nindl speziell Lasertherapie für Patienten im medizinischen und ästhetischen Bereich an. Er habe sich dabei bewusst für einen Standort außerhalb der Stadt Kitzbühel entschieden, erzählt Nindl, weil er hier eine bessere Infrastruktur vorfindet. Auch Nindl hat sich schon frühzeitig entschlossen, auf die Kompetenz von pöschlmed zurückzugreifen. „Ich habe mir zuerst viele Gedanken gemacht, habe mich vor den leeren Grundriss gesetzt und begonnen, Linien zu ziehen und ein Raumkonzept zu machen. Ich war dann aber froh und überrascht, was man aus einem Objekt machen kann, wenn man über entsprechende Erfahrung und Expertise verfügt.“

Design versus Funktionalität

Trotz des Fokus auf die Funktionalität sollte beim Raum- und Ausstattungskonzept für eine neue Praxis das Design nicht vernachlässigt werden. Das gelte für die Kassenpraxis ebenso wie für die Wahlarztpraxis, erläutert Eva Pöschl, Geschäftsführerin von pöschlmed. Beim Design gäbe es zwar bei Gesundheitsanbietern gewisse Grundregeln zu beachten, darüber hinaus bleibe aber viel Spielraum für persönliche Vorlieben und zielgruppenadäquate Ausrichtung. „Der Arzt sollte sich zuerst fragen: Welches Klientel erwarte ich, mit welchen Krankheiten kommen die Patienten zu mir? Was erwarten sie von mir?“ Das Ambiente sollte entsprechend angepasst werden, rät Pöschl. Während ein Warteraum beim Allgemeinmediziner oder Internisten eher ruhig und gedeckt sein wird, damit die Patientinnen „runterkommen“ und entspannen, empfiehlt Pöschl beim Augenarzt, Gynäkologen oder Dermatologen eher frische, kräftige Farben, zum Beispiel Petrol oder Orange. Wichtig ist dabei eine konsequente „Handschrift“. Nindl etwa hat sich gemeinsam mit pöschlmed schon vorab ein klares Designkonzept überlegt, mit Gestaltungs- und Farbelementen, die sich dann überall wiederfinden, vom Logo über die Visitenkarten bis eben hin zum Praxisdesign. Der Patient solle schließlich das Gefühl haben, meint Nindl, „dass sich mein Arzt auch beim Umfeld Mühe gibt, damit ich mich bei ihm wohlfühle. Da bin ich in guten Händen.“

Farben & Licht

Design hat viel mit Farben und Licht zu tun. Im Gesundheitsbereich bleiben zwar die klassischen Farben Weiß, gebrochenes Weiß, Creme oder Silbergrau immer aktuell, dazu lassen sich aber – je nach persönlicher Vorliebe und eben Zielgruppenorientierung – kräftige, frische oder beruhigende Farbakzente setzen. Süß hat bei der Farb- und Materialauswahl seine Frau stark mit einbezogen. Ziel war es, die Praxis „freundlich und hell zu gestalten, aber trotzdem ruhig, modern und funktionell“. Außerdem sollte sie individuell und wiedererkennbar sein.
Klare Akzente lassen sich auch mit einer professionellen Lichtgestaltung setzen. „Zahlreiche Studien belegen die positive Wirkung gut eingesetzten Lichts auf die Psyche der Patienten, aber auch der Mitarbeiter und die Zusammenarbeit im Team“, weiß Pöschl. „Bleiben wir beim Beispiel Dermatologie: Hier ist der Farb- und Lichteinfluss besonders groß. Das Umfeld muss clean und angenehm zugleich wirken. Oranges Licht wäre hier fehl am Platz, weil es das Hautbild verfälscht.“ Design und Wohlfühlen haben aber nicht nur mit Farben, Licht oder Ausstattung zu tun. „Für mich als Dermatologe war schon die Immobilienauswahl entscheidend“, erzählt Nindl, der sich für eine höhere Etage und freien Blick entschied: „Meine Patienten müssen sich ausziehen. Hier oben bleibt ihre Privatsphäre gewahrt, gleichzeitig können sie aber ihren Blick in die Ferne schweifen lassen, in eine großartige Landschaft. Sie fühlen sich weder beobachtet noch eingesperrt.
Bei aller Patientenfokussierung sollten beim Designkonzept zur Praxisgestaltung aber auch die eigenen Vorlieben und jene der Mitarbeiter nicht vernachlässigt werden, rät Pöschl. Nindl stimmt dem zu: „Wenn ich mir meinen Arbeitsraum, in dem ich die nächsten Jahrzehnte fast täglich verbringen werde, selbst schaffen kann, dann so, dass er mich selbst anspricht und es mir Freude bereitet, in die Arbeit zu gehen.“


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