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Raumkonzepte – Lebenskonzepte

Wie wir wohnen oder arbeiten sagt viel über uns aus und umgekehrt wirkt sich die Umgebung auf unsere Psyche und unser Wohlbefinden aus. Farben, Formen und Stile sollten daher nicht dem Zufall überlassen werden.


„Vergleichbar mit Bekleidung sagt die Gestaltung des Wohn- oder Arbeitsraumes viel über seinen Besitzer aus. Wichtig ist hier vor allem auch im professionellen Bereich – etwa einer Ordination –, auf den ersten Eindruck zu achten. Im Wohnraum kann man sich selbst darstellen oder den Raum natürlich auch so darstellen, damit ein gewünschtes Bild vermittelt wird“, sind Sabine Honisch und Andreas Raicher von der Galerie SO in Wien (www.so-wien.com) überzeugt. Im Schnitt richtet man sich alle zehn bis fünfzehn Jahre neu ein, wobei selten eine komplette Wohnungseinrichtung erneuert wird. „Das ist ein fließender Prozess von Austausch und Neuerwerbungen. Komplettwechsel werden meist nur in Küchen und Badezimmern gemacht“, weiß Honisch.

Möbel nicht von der Stange

Einzelstücke sind individuell und meist gut verarbeitet. Sie werden gerne von Menschen gekauft, die nicht dem breiten Mainstream angehören wollen. „Fast jeder hat irgendein Einzelstück zu Hause, sei es vom Designer, vom Flohmarkt oder geerbt – es gibt in dem Sinne keine Zielgruppe für Einzelstücke“, wissen die Galeristen genau. Jeder Kunde ist sozusagen ebenfalls ein Unikat – auf seine Wünsche oder Bedürfnisse einzugehen oder ihn entsprechend zu beraten, auch wenn keine konkreten Vorstellungen vorhanden sind, ist ihr Job. „Keine Vorstellung gibt es im Prinzip nicht, jeder hat gewisse Vorlieben – unsere Aufgabe ist es, diese zu konkretisieren“, meint Honisch und ergänzt: „Wir sind das Sprachrohr der unausgesprochenen Wunschvorstellung unserer Kunden.“ Ein Raum, der von der darin lebenden Person als harmonisch, angenehm und ‚richtig‘ empfunden wird, wirkt beruhigend und gibt Sicherheit. Ein Raum, der als ‚schön‘ empfunden wird, hebt das Selbstbewusstsein und durch den richtigen Einsatz von Farben kann man das persönliche Wohlbefinden und Empfinden sanft beeinflussen und steuern. Im Trend liegen derzeit Grau in einer sehr breiten Palette von warm bis kalt, Aquatöne von Petrol über Türkis bis zu Kobaltblau, Akzentfarben wie Gelb, Grün, und Rot. „Der Stil von gebraucht bis Shabby Chic, kombiniert mit Grafikelementen von den 1950er- bis zu den 70er-Jahren. Die Formen werden luftiger und leichter. Sofas, Kommoden und Tische stehen auf leichten Füßen, die sehr wohl auch aus dem rechten Winkel fallen dürfen“, so Honisch.

Aus Alt mach Neu

Altes schätzen lernen, aufwerten und neu interpretieren hat einen eigenen Trend kreiert: Upcycling nennt sich die Idee, die zum Beispiel RIMON INTERIOR DESIGN (www.rimon.at) für viele seiner Kunden umsetzt. Alten Sitzmöbeln haucht RIMON mit Gefühl und Feinschliff neues Leben ein. Durch Aufwerten mit neuen Bezügen, neuen Lackierungen und neuem Feinschliff schafft RIMON INTERIOR DESIGN neuwertige, hochqualitative Meisterstücke. Mit viel Feingefühl geht Interior Designerin und RIMON Gründerin Mag. Catharina Heller ans Werk, um aus antiken Meisterstücken persönliche Unikate anzufertigen.
Auch im Designbereich setzt sich der Trend weg von der Wegwerfkultur hin zu mehr Nachhaltigkeit immer mehr durch – es gilt: Qualität statt Billigmöbel aus Niedriglohnländern, lange Haltbarkeit statt Müllproduktion. „Ein verstärktes Traditionsbewusstsein, die bewusste Weitergabe antiker, familiärer Besonderheiten an die nächste Generation, schafft vermehrt das Bedürfnis, Möbelstücke zu erhalten. Und so gibt es immer mehr Menschen, die in ein altes Stück für weitere Generationen investieren, es ‚upcyceln‘, anstatt die gleiche Summe in ein Massenprodukt zu investieren, das aufgrund seiner Beschaffenheit in zehn Jahren nur mehr den Müllberg wachsen lässt“, erklärt Interior Designerin Heller.

Außen modern, innen „Heritage“

Während die Außengestaltung moderner Architektur des 21. Jahrhunderts gerne durch puristische, reduzierte, eher kühle Optik besticht, bringt den warmen Wohlfühlcharakter im eigenen Zuhause oftmals erst das stilvolle, „warmherzige“ Interieur mit Persönlichkeit und Geschichte mit sich. „Wir bauen ‚moderne‘ Häuser, die zu unserem Lebensstil passen, beleben sie von innen aber durchaus mit unserem ‚Heritage‘, Werten aus früheren Generationen, mit Möbelstücken, die Geschichten erzählen, die unserem Leben Beständigkeit geben. Die Kombination von beidem ergänzt sich zu einem vollkommenen Gefühl der Geborgenheit“, beschreibt die Innenarchitektin und Designern Heller.

Welche Farbe hat der Beserlpark?

Gemeinsam mit ihrem Kollegen Raicher hat Designerin Honisch die Farbkollektion „Wien“ entwickelt. Sie besteht aus 60 Farben, allesamt mit der Stadt, ihrer Geschichte und Klischees verknüpft. Jede Farbe hat eine Geschichte, wie sie zu ihrem Wiener Namen kam, zum Beispiel ist „Stadtbahn“ das typische Grün der von Otto Wagner um die Jahrhundertwende gebauten Stadtbahn- und Vorortelinie. „Beserlpark“ ist ein sanftes Grün, das sich auf die zarten Sträucher der neu gepflanzten Parks dieser Zeit bezieht. „Mit der Kollektion Wien Farben kann man so gut wie alles machen, was den Bedarf an Raum und Möbelfarben betrifft. Das heißt, es gibt neben Wandfarben, Lacken, Bodenbeschichtungen, Spezialfarben wie Öl und Latexfarben und Fassadenfarben eine sensationelle Bio-Farbe, die aus reinem Sonnenblumenöl hergestellt wird, vollkommen geruchsneutral ist und dabei die Verarbeitungsqualität und Strapazfähigkeit einer klassischen Dispersion erreicht“, fasst Honisch zusammen. Alle Farben werden in Wien speziell für die Galerie SO produziert.                                                                       rh


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