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Pharmakonzerne legen geldwerte Leistungen an Ärzte offen

Nach sechs Jahren übergab Robin Rumler den Platz an der Spitze der Pharma-industrie an Amgen-Österreich-Chef Martin Munte. Für seine erste Amtsperiode hat der neue Pharmig-Präsident das Motto „Transparenz“ gewählt.


Mag. Martin Munte, neuer Pharmig-Präsident. Foto: Christian Husar

„Als einen ganz wesentlichen Schritt zu mehr Transparenz sehe ich die Veröffentlichung aller geldwerter Leistungen, die wir als Pharmaunternehmen an die Angehörigen der Fachkreise zahlen“, sagte Mag. Martin Munte, Österreich-Geschäftsführer des Biotech-Konzerns Amgen, bei seiner Antrittsrede als neuer Pharmig-Präsident. Spätestens bis zum 30. Juni 2016 muss jedes Pharmig-Mitglied – das sind immerhin 120 Unternehmen oder 95 Prozent der gesamten heimischen Pharmabranche – sämtliche geldwerte Leistungen inklusive Spenden und Förderungen an Angehörige der Fachkreise, also etwa Ärzte, Apotheker oder Pflegepersonal, bzw. Institutionen für das gesamte Jahr 2015 auf einer öffentlich zugänglichen Website dokumentieren. Damit setzen die Pharmig-Mitglieder einen Beschluss des europäischen Branchenverbandes der forschenden Arzneimittelhersteller EFPIA (European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations) aus dem Jahr 2013 auch in Österreich um.
Ziel der Offenlegung ist es also, das „Vertrauen der Öffentlichkeit in das Gesundheitswesen zu stärken sowie das Verständnis für die gemeinsame Zusammenarbeit zu fördern“, wie es in den neuen Bestimmungen des Pharmig-Verhaltenskodex heißt. „Der Öffentlichkeit und den Patienten soll dadurch vermittelt werden, aus welchem Grund eine Zusammenarbeit zwischen der pharmazeutischen Industrie und den Angehörigen der Fachkreise und den Institutionen notwendig ist.“

Vergangenheitsbewältigung

Muntes Vorgänger als Pharmig-Präsident (und sein jetziger Vize) Prof. Dr. Robin Rumler versteht die Initiative aber auch als einen Akt der „Vergangenheitsbewältigung“. Über viele Jahrzehnte sei zwar viel kooperiert worden zwischen Industrie und Ärzten, aber wenig darüber gesprochen. Erst in den letzten 20 Jahren sei es hier zu einer spürbaren „Versachlichung der Beziehungen gekommen. Heute stehen wir aber total transparent und blank da“, so Rumler.
Bereits 2014 hatte er mit Ärztekammer-Präsident Dr. Artur Wechselberger den EFPIA-Vorgaben entsprechende Verhaltenskodizes vereinbart, die in der gemeinsamen Broschüre „Die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und pharmazeutischer Industrie“ publiziert wurden. Die Offenlegung, wird darin erklärt, beziehe sich auf die „Erfassung aller geldwerter Leistungen in Zusammenhang mit Forschung und Entwicklung, Spenden und Förderungen, Veranstaltungen sowie Dienst- und Beratungsleistungen samt Auslagen“.
Unterschieden wird dabei zwischen einer individuellen Offenlegung und einer Veröffentlichung in aggregierter Form. Erstere enthält individuelle Angaben zum Empfänger der Leistungen und den Details der Zusammenarbeit – unter anderem Name, Tätigkeit, Höhe der Geldleistung. Erfolgt die Offenlegung in aggregierter Form, dann werden nur die Gesamtzahl der Empfänger, der Beiträge und das Verhältnis des Empfängers zu sämtlichen Empfängern von Leistungen derselben Art dargestellt.
Die Pharmaindustrie, sagt Munte, strebe in jedem Fall eine individuelle Offenlegung an. Das setzt allerdings das Einverständnis der betroffenen Ärzte voraus, wofür es eine „neue Kultur der Zusammenarbeit“ brauche, wie Pharmig-Generalsekretär Dr. Jan Oliver Huber assistiert: weg von der Neidgesellschaft, hin zu einem Selbstverständnis, wo es für den Arzt etwas äußerst Positives ist, in einem wissenschaftlichen Beirat zu sitzen, Ausbildungen zu absolvieren oder auf internationalen Kongressen zu sprechen. „Wenn ich als Arzt eingeladen werde, dann habe ich offensichtlich auch etwas zu sagen. Das ist doch eine Auszeichnung für mich“, findet Huber.
Derzeit arbeiten die einzelnen Unternehmen jedenfalls intensiv an der Zusammenstellung der Daten – und am Einholen der Zustimmungen der Ärzte. Zumindest Letzteres scheint bislang nur mit bescheidenem Erfolg zu gelingen. Auch wenn zum aktuellen Zeitpunkt noch keine endgültigen Zahlen absehbar sind, gehen die Unternehmen derzeit von einer Zustimmungsrate der Ärzte zu einer individuellen Offenlegung von maximal 50 Prozent aus. Da ist wohl auch von der Ärztekammer noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Präsident Wechselberger bekennt sich jedenfalls zur Offenlegungsinitiative der Industrie: „Die nun für die Pharmaindustrie geltende Verpflichtung zur Offenlegung der Honorare sollte jedenfalls diversen Spekulationen und Verdächtigungen den Nährboden entziehen, der durch die Intransparenz entstanden ist.“ vw

Das neu gewählte Pharmig-Präsidium

Bei der Generalversammlung am 29. April 2016 wählten die Pharmig Mitglieder ein neues Präsidium, das bis 2019 im Amt sein wird.
Präsident: Mag. Martin Munte, Amgen GmbH
Munte wurde 1969 in Wien geboren, Absolvent der Wirtschaftuniversität Wien, seit 1997 in der Pharmabranche, u. a. bei Astra Zeneca und Roche. Seit Juli 2009 Geschäftsführer der Amgen GmbH Österreich. Amgen ist der größte unabhängige Biotechnologie-Konzern der Welt mit Sitz in Thousands Oaks, Kalifornien, USA. In der Pharmig war Munte zuletzt Vizepräsident.
Vizepräsidenten: Chantal Friebertshäuser, MA, Merck Sharp & Dohme GmbH (damit wird erstmals eine Frau in die Funktion einer Vizepräsidentin gewählt), Prof. Dr. Robin Rumler, Pfizer Corporation Austria GmbH, und Dr. Wolfram Schmidt, Roche Austria GmbH.


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