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Personalisierte Medizin

Die Forschungstrends in der modernen Medizin gehen in Richtung Individualisierung. Heimische Forschungsaktivitäten konzentrieren sich auf „vorgeforschte Moleküle“ bzw. auf Produktentwicklungen in speziellen Nischen.


Aus internationaler Perspektive betrachtet hält der schon oft zitierte Trend in Richtung Zentralisierung sämtlicher Forschungsaktivitäten unvermindert an, analysiert Mag. Evelyn Schödl, Geschäftsführerin von GlaxoSmithKline Österreich und seit Beginn dieses Jahres Präsidentin des Industrieverbandes der forschenden pharmazeutischen Industrie (FOPI). Damit einher geht oft ein Rückzug von Forschungsprojekten aus einem kleinen Markt wie Österreich. Schödl weist aber gleichzeitig darauf hin, dass nach wie vor „klinische Studien in großem Ausmaß in Österreich durchgeführt werden. Und wir setzen uns dafür ein, dass das auch in Zukunft so bleiben wird.“

Auch Dr. Robin Rumler, Geschäftsführer von Pfizer Österreich und Präsident der Pharmig, sieht Österreich im Bereich der klinischen Forschung im internationalen Vergleich überdurchschnittlich stark vertreten. Das sei vor allem auch ein Verdienst der heimischen pharmazeutischen Industrie, die den Großteil der Studien finanziert. Der entscheidende Erfolgsfaktor für die Forschung sei laut Rumler die Zeit: „Die größte Herausforderung für die heimische pharmazeutische Industrie liegt darin, trotz steigender Auflagen und Kosten so rasch wie möglich Medikamente auf den Markt und damit zum Patienten zu bringen.“ Um diese Herausforderung zu bewältigen, brauche es externe, internationale Allianzen, ist der Pharmig-Präsident überzeugt. Im Rahmen solcher Allianzen gebe es aber durchaus Möglichkeiten und interessante Perspektiven auch für kleinere Unternehmen und Forschungsinstitutionen – und zwar im Sinne einer effizienten Arbeitsteilung: „Viele kleine Biotech-Firmen oder auch akademische Institutionen beforschen eine Unzahl von Molekülen. Diese Firmen, häufig junge Start-ups oder Spin-offs, haben bei Weitem nicht die finanziellen Mittel, große Phase II- oder III-Studien durchzuführen.“ Große Firmen würden die Forschungsergebnisse aber sehr genau beobachten und bei viel versprechenden Daten Partnerschaften mit kleinen Unternehmen eingehen, um die Substanzen weiter zu beforschen und letztlich auch zu vermarkten. Es werden von der Industrie demnach bereits gut „vorgeforschte Moleküle“ gekauft.
Diese Strategie ist auch für die großen internationalen Player trotzdem nicht ohne Risiko, denn was präklinisch oder in Phase I (Sicherheitsstudie) gut aussieht, muss noch lange nicht wirksam und verträglich genug sein, um die Marktreife zu erreichen. Dennoch seien solche Kooperationen, meint Rumler, für beide Seiten hoch interessant und Erfolg versprechend.

Krebstherapie bleibt im Fokus

Wie schon in den vergangenen Jahren wird die Onkologie auch weiterhin einen wesentlichen Anteil an den zukünftigen Forschungsinvestitionen auf sich ziehen. Dabei sind allerdings in absehbarer Zeit keine Blockbuster oder Sensationen zu erwarten. In der überwiegenden Zahl der laufenden Forschungsprojekte geht es um die Weiterentwicklung bereits bestehender Medikamente oder auch um die Entwicklung sogenannter Nischenprodukte, also von Medikamenten zur Behandlung seltener Krankheiten und damit für eine sehr beschränkte Anzahl potenzieller Patienten, für die diese Medikamente allerdings lebensnotwendig sind.
Darüber hinaus richtet sich der Blick der Forscher auf Krankheitsbilder, die in nächster Zukunft besonders stark zunehmen werden. Als ein Beispiel unter vielen nennt Rumler Demenz: „Da wir wissen, dass es in den nächsten 40 Jahren dreimal so viel Demenzkranke geben wird wie jetzt, liegt hier natürlich ein großer Forschungsschwerpunkt bei vielen Firmen.“
Ein weiterer internationaler Forschungsschwerpunkt liegt in der Entwicklung neuer Impfstoffe, sagt Evelyn Schödl. In diesem Bereich ortet die FOPI-Präsidentin auch das aus medizinischer und humanitärer Sicht aktuell vielversprechendste „Pipeline-Projekt“, einen neuen Impfstoff gegen Malaria für afrikanische Kinder, der sich derzeit in Phase III befindet: „Der in wenigen Jahren erwartete Malariaimpfstoff wird einen echten Durchbruch in der Medizin darstellen. Was das für die Bevölkerung in Entwicklungsländern bedeutet, können wir uns wahrscheinlich gar nicht vorstellen.“

Personalisierte Medizin

Abgesehen von speziellen Therapien oder Krankheitsbildern geht der Trend der medizinischen Forschung in Richtung Individualisierung und Differenzierung, diagnostiziert Rumler: „Die Zukunft geht hin zur personalisierten Medizin, das heißt: gezielte Wirksamkeit auf den einzelnen Patienten zugeschnitten, weniger Nebenwirkungen und niedrigere Kosten.“ Diese Entwicklung bedeute gleichzeitig die endgültige Abkehr vom Blockbuster-Modell.
Als ein konkretes Beispiel für Erfolg versprechende heimische Forschungsaktivitäten in diesem Zusammenhang nennt Rumler die Weiterentwicklung der sogenannten Extrusionstechnik. Dabei können bisher nicht kombinierbare Wirkstoffe oder auch solche, die zeitversetzt freigesetzt werden müssen, in einer Kapsel vereinigt werden. Kürzlich hat das Research Center Pharmaceutical Engineering (RCPE) in Graz, mit dem die pharmazeutische Industrie jahrelange Partnerschaften pflegt, das sogenannte „pill on paper“-Verfahren präsentiert, bei dem je Patient die maßgeschneiderte Wirkstoffkombination auf essbares Papier aufgedruckt wird. Ein wichtiger Teilbereich der personalisierten Medizin ist die Gender-Medizin, ein im Vergleich noch junges Forschungsgebiet mit entsprechend großem Nachholbedarf. Erst Mitte der 1980er-Jahre begründete die amerikanische Kardiologin Marianne Legato diesen neuen Wissenschaftszweig. Gender-Medizin reagiert auf die physiologischen und sozialen Unterschiede zwischen Frau und Mann und berücksichtigt ihre unterschied­lichen Bedürfnisse in der medizinischen Vorsorge und Behandlung.
Eine Frage, welche die medizinische Gender-Forschung aktuell besonders beschäftigt, ist die unterschiedliche Reaktion von Männern und Frauen auf bestimmte Arzneimittel. Sie hängt nicht nur mit der unterschiedlichen Anatomie zusammen, sondern etwa auch mit einer höheren Enzymaktivität in der weiblichen Leber, die den Abbau von Substanzen beschleunigt oder auch mit dem höheren Fett- und Wasseranteil im weiblichen Körper. Deswegen verteilen sich Medikamente anders und werden entweder schneller oder auch langsamer abgebaut. Das führt – bei
gleicher Dosierung – zu unterschiedlicher Wirksamkeit bestimmter Präparate bei Frauen und Männern. Geschlechtsunterschiede manifestieren sich darüber hinaus in zum Teil unterschiedlichen Krankheitssymptomen und -ver­läufen. Hier steht die Gender-Medizin aber erst am Anfang.
Last but not least bewegt sich die medizinische Forschung aufgrund ökonomischer Zwänge von der reinen Reparaturmedizin verstärkt in Richtung Vorsorge und Prävention. Dass dieser Trend nicht auf das uneingeschränkte Interesse aller am Prozess Beteiligten stößt, verwundert ebenso wenig wie die Tatsache, dass Forschungsgelder bisher nur in eingeschränktem Maß in diese Entwicklung fließen. Hier sehen vor allem Gesundheitsökonomen noch erheblichen Nachholbedarf.

vw

Foto: bildagentur waldhäusl


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