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Liebe Leserinnen und Leser,


wie auch in den vergangenen Jahren will Ihnen der Österreichische Heilbäder- und Kurorteverband in bewährter Kooperation mit Ärzte EXKLUSIV bei der Beratung Ihrer Patienten zu Kuraufenthalten behilflich sein.  Wie wichtig diese Aufklärung ist, zeigte die öffentliche Diskussion über die Kur in Österreich im vergangenen Sommer. Trotz mancher Kritik waren und sind sich jedoch die Gesundheitspolitiker einig, dass die Kur als soziale Errungenschaft, auf die Österreich zu Recht stolz sein kann, erhalten und weiter entwickelt werden muss. Als wichtige Präventionsmaßnahme ist sie mit Sicherheit kein Auslaufmodell und kein althergebrachtes „Adelsprivileg“, sondern trägt wesentlich zur Gesundheit in unserer Gesellschaft bei.
Im Vertrauen auf die langjährige Partnerschaft mit den Sozialversicherungen haben die österreichischen Kurbetriebe in den vergangenen Jahren große Investitionen in die Einrichtungen und in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter getätigt sowie ihre Angebote wesentlich erweitert und verbessert. Gleichzeitig wurden neue Leistungsprofile wie die Gesundheitsvorsorge aktiv mit der Pensionsversicherung entwickelt, die den Menschen helfen sollen, ungesunde Lebensweisen abzulegen und chronischen Erkrankungen vorzubeugen. Damit sollen teure Frühpensionierungen verhindert und Beschäftigte weiter arbeitsfähig im Berufsleben gehalten werden. Auch bei den Pensionisten muss die Kur im Konnex mit dem Pflegegeld gesehen werden. Die Kurkosten von rund 1.900 Euro entsprechen dem Jahresbezug auf der Pflegestufe 1 (1.850 Euro) und amortisieren sich, denn die Kur hilft Pflegegeld zu sparen.
Von einem „Volkssport“ Kur kann keine Rede sein. Jährlich werden nur 121.000 Anträge bewilligt – das ist etwa jeder zweite Antrag. Im Durchschnitt der vergangenen Jahre sind lediglich 1,4 % der Versicherten auf Kur gegangen. Bei 55 % der Kurgäste zeigt der zu leistende Selbstbehalt von 160 Euro bis zur Einkommensschwelle von 2.035 Euro (wer mehr verdient, zahlt bis zu maximal 388 Euro), dass die Kur jene Menschen erreicht, die sich kein Fitnessstudio und keinen „Personal Trainer“ leisten können.
Ziel sollte es auch in Österreich sein, zu einer „aktiven Gesundheitspolitik“ zu kommen. Gezielte Prävention zahlt sich langfristig für die Menschen UND für die öffentlichen Kassen aus. Die österreichischen Heilbäder und Kurorte mit ihren Kurbetrieben sind gerne bereit, als wichtige „Kompetenzzentren für Gesundheit“ mit jahrzehntelanger Erfahrung voranzugehen.

Dr. Kurt Kaufmann, Geschäftsführer Österreichischer Heilbäder- und Kurorteverband (ÖHKV)