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Gesund führen

Die Abnahme der Gesundheit von Mitarbeitern steht meist in engem Zusammenhang mit Mangel an Interesse und Wertschätzung seitens der Vorgesetzten. Mediziner als Chefs sind besonders gefordert, denn sie kennen mehr als andere Führungskräfte die Auswirkungen!


Ing. Mag. Dr. Gerhard Klicka (GF IBG), Prof. Dr. Andreas Krause (Institut Mensch in Komplexen Systemen), Mag. Clemens Stieger (Gesellsch. für Personalentwicklung GmbH), Marc Wethmar, (Marc Wethmar Unternehmensentwicklung), Dr. Anne Katrin Matyssek („do care!“), Dr. Rudolf Karazman (IBG), Dr. Dietmar Schuster (WKO)

Das Thema Führung rückt neben ergonomischen Faktoren und Aspekten der Arbeitssicherheit immer stärker in den Fokus: Gesundes Führen hat nachhaltig Einfluss auf die Energie, die Gesundheit und die Motivation der Mitarbeitenden und damit auch auf den Erfolg eines Unternehmens. Notwendig dafür ist eine veränderte Wertekultur, in der das gesunde Führen als eine Art Kunst verstanden werden sollte: „Nämlich jene, auch in Phasen zunehmenden Wettbewerbs und quantitativ abnehmender personeller Ressourcen die Gesundheit der Mitarbeitenden als hohes und begrenztes Gut zu achten“, sagt Dr. Anne Matyssek, Psychologin, Psychotherapeutin und Lehrbeauftragte an der Leibnitz-Universität Hannover. Unabdingbare Voraussetzung für gesundes Führen sei eine wertschätzende Grundhaltung.

Chefs sind überfordert

Besonders deutlich werde der Wertewandel bei der Betrachtung des Themas Fehlzeiten: „Während früher das Augenmerk stark auf die ‚Absentisten’ gelenkt war und die Führungskraft die Rolle des Blaumacher-Entlarvers innehatte, soll sie heute die Rolle des ‚Kümmerers’ innehaben: Ein guter Chef, das ist einer, der sich kümmert“, so Matyssek. Unter „kümmern“ versteht die promovierte Psychologin keineswegs das Überschütten mit Tipps oder das Stellen von Diagnosen, sondern Gespräch, Wertschätzung und vor allem das richtige Gefühl, dass es dem anderen nicht gut geht. Belastungssignale – wie beispielsweise das Fernbleiben vom gemeinsamen Mittagessen in der Kantine – sollten unbedingt ernst genommen werden.  
Viele Vorgesetzte haben Berührungsängste – insbesondere dann, wenn es sich um psychische Probleme handelt. Die Frage, ob er intervenieren darf oder soll, überfordere so manchen Chef. Es sei an der Zeit, psychische Erkrankungen aus der Tabuzone herauszuholen und innerbetrieblich zu einem Thema zu machen, meint Matyssek. Dass dies auch möglich ist, dafür brauche es in jeder Hinsicht gesunde Vorgesetzte: „Ein Chef kann nur dann gut führen, wenn er selber achtsam mit seiner Gesundheit umgeht. Bei sich selbst beginnen – das ist nicht nur der vielversprechendste und authentischste Weg zu mehr Wohlbefinden im Betrieb, es ist der einzige.“

Eigeninitiative von Medizinern gefragt

Dr. Rudolf Karazman, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie ist überzeugt, dass gesunde Führung viel, wenn nicht gar sehr viel bewirken könne: „Große ‚Überschüsse’ entstehen dort, wo Mitarbeiter ihre persönliche Größe leben können und wo die Unternehmensführung bereit ist, die Größe der Mitarbeiter zu erkennen, zu fordern und zu fördern. Wir Menschen sind auf Größe, auf Größerwerden angelegt.“ Der Mensch „arbeite“ von Beginn seines Lebens an: im Mutterbauch, als Baby, als junger Mensch, in seiner Freizeit und auch im Ruhestand. Er sei auf Arbeit „angelegt“, weil Arbeit Sinn und Selbst eröffne.
Und wie sieht gesundes Führen eigentlich in den Spitälern aus – also dort, wo Gesundheit ja von Natur aus einen hohen Stellenwert genießt oder genießen sollte? Ist auch hier ein gewisser Wertewandel sichtbar? „Es gibt ihn, aber die Situation in den Spitälern ist bei Weitem noch nicht so, wie sie sein könnte“, sagt Dr. Georg Stantejsky, Lektor im Rahmen des Universitätslehrgangs für die Krankenhausleitung an der Donau-Universität Krems.
Dies liege zum einen daran, dass entsprechende Fächer im Lehrplan der Medizin-Ausbildung einfach nicht vorhanden sind, und zum anderen an der oft fehlenden Initiative der einzelnen Institutionen. „Der Führungsaufwand wird oft von der Organisation als gering bewertet, was bedeutet, dass Unterstützung für Führungskräfte erst dann erfolgt, wenn es schon Probleme gibt“, so Stantejsky. Erfreulicherweise sei es aber oft auch so, dass manchen Medizinern die Wichtigkeit des Themas sehr wohl bewusst ist und sie aus diesem Grund präventiv arbeiten wollen. Hier handle es sich um sehr engagierte, aber viel zu seltene Eigeninitiativen einzelner Mediziner.
Wie wichtig das Thema Führung ist, zeige nicht nur der Umfang seines Parts im Rahmen der Krankenhausmanagement­ausbildung – immerhin sechs Tage –, sondern auch die Rückmeldung zahlreicher Führungskräfte, die durch den spezifischen Input schwierige Situationen in ihren Institutionen verbessern konnten. Im Wesentlichen, so Stantejsky, gehe es beim Führen von Mitarbeitern in Spitälern um wenige, aber wichtige Dinge wie „für Klarheit bei Zielen und Spielregeln zu sorgen, sowie vereinbarte Kontrollschritte zu setzen, welche die Basis für Feedbackgespräche sind. Auch das Treffen von klaren Entscheidungen im eigenen Bereich und das Übernehmen von Verantwortung für das Personal und dessen Entwicklung ist wichtig.“ Wesentlich dabei sei die Bereitschaft, sich Konflikten zu stellen, um professionell an einem Interessenausgleich aktiv und konstruktiv mitzuwirken, ohne die Ziele und Spielregeln aus den Augen zu verlieren.

Folgekosten von psychischen Erkrankungen

Jährlich gehen fünf bis neun Prozent an effizienter Arbeitszeit durch sozial ungeeigneten Umgang mit bzw. unter Mitarbeitern verloren: „Unternehmer verlieren dadurch zwischen 23 und 44 Minuten Arbeitspotenzial pro Mitarbeiter und Tag“, sagt Dr. Dietmar Schuster von der Wirtschaftskammer Österreich. Neben Ernährung, Bewegung und der Gelegenheit zur Entspannung ist daher die soziale Gesundheit ein zentrales Element für eine gedeihliche betriebliche Umgebung. Diese bilde ein Dach über die anderen drei Säulen der Gesundheit – physisch, psychisch, mental. Dass sich betriebliche Gesundheitsförderung auszahlt, dies beweisen auch zahlreiche Studien.
Aufgrund ihres nachhaltigen Ansatzes bewirke sie eine Senkung der Krankenstände um bis zu 25 Prozent und der Return on Investment durch entsprechende Maßnahmen liege zwischen 1:2,5 und 1:10,1. „Erfolgreich umgesetzte Gesundheitsprogramme machen sich durch niedrigere Fluktuationsraten, eine hohe Zufriedenheit der Mitarbeiter, ein besseres Betriebsklima und eine steigende Produktivität bemerkbar“, so Schuster.

ct
Foto: IBG/ Jakob Polacsek


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