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Barrett-Karzinom: (Fast) Geschichte

Wie beim Colonkarzinom ließe sich das Barrett-Karzinom fast immer durch zeitgerechte Entfernung von Vorstufen verhindern.


Univ.-Doz. Dr. Martin Riegler. Foto: Reflux Medical

Autor: Univ.-Doz. Dr. Martin Riegler
Facharzt für Chirurgie
Ärztlicher Leiter des Reflux Medical Diagnose- und Therapiezentrums, 1090 Wien
Tel.: 01/33 66 565
wien(at)refluxmedical.com
www.refluxmedical.com

Wie seit Jahren bekannt, ist das Colonkarzinom die wohl am besten vermeidbare Tumorerkrankung schlechthin. Weniger bekannt ist, dass der Entstehung eines Barrett-Karzinoms, dem Sodbrennen-induzierten Speiseröhrenkrebs, ebenso gut vorgebeugt werden kann: durch rechtzeitige Abtragung krankhaft veränderter Barrett-Schleimhaut, die bei einer vorangegangenen Gastroskopie entdeckt wurde.

Zehnmal gefährlicher als ein Dickdarm-Polyp

Eine gründliche Vorsorgeuntersuchung der Speiseröhre ist daher ebenso wichtig wie die des Dickdarms. Das Krebsrisiko der Barrett-Schleimhaut entspricht dem eines Dickdarm Polypen: Eine von zehn Personen mit dieser Schleimhautveränderung kann in 20 Jahren einen Speiseröhrenkrebs bekommen.
In US-amerikanischen Studien wurde ein wechselseitiges Risiko festgestellt: Bei 20 bis 25 % der Patienten mit Dickdarmpolypen wurden auch in der Speiseröhre Krebsvorstufen in Form eines Barrett-Ösophagus festgestellt. Umgekehrt haben jene mit Barrett-Ösophagus ein vergleichbar hohes Risiko, Polypen im Dickdarm zu bilden.
Erschwerend kommt hinzu: Die Barrett-Schleimhaut ist als Präcancerose zehnmal gefährlicher als ein Dickdarmpolyp. Denn leider zählt das Barrett-Karzinom zu den besonders aggressiven Tumoren und neigt verstärkt zur Bildung von Metastasen. Treten erst einmal Schluckstörungen auf, ist es meist zu spät, da der Tumor dann schon zu groß ist. Das bedeutet dann zumeist Chemotherapie, viel Leid und leider auch eine verkürzte Lebenserwartung. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate beträgt gerade einmal 20 %.

Österreich hinkt nach

Während dem Barrett-Ösophagus als Präcancerose international zunehmend Aufmerksamkeit zuteil wird, hat Österreich noch erheblichen Nachhol- und Handlungsbedarf: Reflux-Beschwerden jahrelang nur mit Säurehemmern ruhigzustellen, ist fast verantwortungslos und letztlich nur Symptombekämpfung. Medikamente allein, das haben bereits Studien bewiesen, beugen einer Krebsentstehung nicht vor.
Nachholbedarf besteht auch bei der Qualität der Biopsien: Vielerorts werden bei Gastroskopien immer noch keine oder zu wenige Gewebeproben und noch dazu an falschen Stellen aus der Speiseröhre entnommen. In modernen, darauf spezialisierten Zentren wie etwa dem Reflux Medical Center in Wien wird im Rahmen einer Gastroskopie unter Kurzzeitnarkose auch eine gewissenhafte Spiegelung der Speiseröhre mit Entnahme einer ausreichenden Zahl von Gewebeproben an den richtigen Stellen vorgenommen. Eine neue, sehr exakte Klassifikationsmethode aus den USA erleichtert die präzise Beurteilung, ob und inwieweit das Schleimhautgewebe verändert ist. Danach richtet sich die weiterführende Therapie.

Effizient vorbeugen

Wird tatsächlich die Diagnose „Barrett-Ösophagus“ gestellt, kann und soll man laut Studien einer späteren Krebserkrankung vorbeugen. Mit einer mittlerweile sehr bewährten Methode, der sogenannten HALO-Radiofrequenz-Ablation, kann man einem möglichen späteren Speiseröhrenkrebs nachhaltig den Nährboden entziehen. Im Rahmen eines zehn- bis 20-minütigen, endoskopischen Eingriffs in Narkose wird die veränderte Schleimhaut der Speiseröhre Schicht für Schicht durch Hitzeverödung abgetragen und damit – ähnlich der Polypenabtragung im Dickdarm – das Krebsrisiko gebannt. Dass die HALO-Radiofrequenzablation als Vorsorge höchst effizient ist, zeigen rezente Studienergebnisse: 91 % der insgesamt 3.800 Patienten hatten nach ein bis drei Behandlungen eine unauffällige Speiseröhrenschleimhaut und wiesen auch nach fünf Jahren keinerlei auffallende Veränderungen mehr auf. Die Abtragung der veränderten Schleimhautschichten ist vom Prinzip her als Vorsorgemaßnahme also ebenso effizient wie die zeitgerechte Entfernung von Darmpolypen.

Schritt für Schritt zum Ziel

Seriös beurteilen lässt sich das Krebsrisiko erst durch eine zusätzliche Druck-, Transport- und Reflux-Messung: „Diese wichtige, ambulante Untersuchung zeigt, ob ein geschwächtes Anti-Reflux-Ventil für Beschwerden wie Sodbrennen, saures Aufstoßen und Nahrungsmittel-Rückfluss verantwortlich ist. Trifft das zu, muss man sich als erstes um den Reflux des Patienten kümmern. Liegt zu viel Reflux vor, ist es ratsam, zuerst die Funktion des Schließmuskels operativ wiederherzustellen.“ Erst danach macht es Sinn, die betroffenen Schleimhautschichten mittels HALO-Ablation abzutragen, weil sonst die Zellveränderungen durch den starken Reflux bald wiederkommen können.
Wie beim anfänglich harmlosen Darmpolypen sollte auch bei typischen Veränderungen der Speiseröhrenschleimhaut das Krebsrisiko durch Entfernung gebannt werden. Das betrifft speziell Patienten mit erhöhtem Risikoprofil. Dazu zählen erbliche Vorbelastung (Krebs in der Familie), langjährige Reflux-Beschwerden, Zwerchfellbruch oder eine immer wiederkehrende Reflux-Ösophagitis. Ausschlussgründe sind Blutgerinnungsstörungen, Schwangerschaft oder eine schwere Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankung. Wie Darmpolypen kann auch die Barrett-Schleimhaut irgendwann wieder auftreten, und zwar ohne, dass Beschwerden wie Sodbrennen oder saures Aufstoßen vorliegen. Bei 13 % der Patienten verändert sich die Schleimhaut irgendwann wieder, das entspricht dem neuerlichen Auftreten von Dickdarm-Polypen. Daher ist eine Nachkontrolle alle zwölf bis 18 Monate empfehlenswert.

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